Grundlagen und Methoden

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Unter Humanexposition versteht man die Gesamtmenge einer Substanz, mit der ein Mensch über verschiedene "Expositionswege" (durch Inhalation, dermalen Kontakt und/oder orale Aufnahme) in Kontakt kommen kann.

Ob das Risiko, das mit der Verwendung von Biozid-Produkten einhergehen kann, akzeptabel ist oder nicht, hängt nicht nur von den gefährlichen Eigenschaften eines Produktes ab, sondern auch von der Art und dem Ausmaß der Exposition. Deshalb ist die Abschätzung der Humanexposition ein fundamentales Element der Risikobewertung.

Das der Expositionsbewertung zugrunde liegende Konzept ist die Identifizierung aller Situationen, in denen ein Kontakt stattfinden kann, und darauf aufbauend die Quantifizierung der möglichen Gesamtaufnahme einer Chemikalie in den Körper.

Berücksichtigt werden dabei unter anderem die Menge der verwendeten Substanz, das Verwendungsmuster, die Art der exponierten Population (z.B. berufsmäßiger Verwender / allgemeine Öffentlichkeit / Erwachsene / Kinder / Kleinkinder), Häufigkeit und Dauer der Exposition und Absorptionswerte.

Zusätzlich zur Exposition durch direkten Kontakt, der während (Primärexposition) oder nach (Sekundärexposition) der Verwendung eines Biozid-Produkts stattfinden kann, gibt es im Fall von Emissionen von Biozid-Produkten in Umweltmedien (d.h. Luft, Wasser oder Boden) auch die Möglichkeit einer indirekten Exposition über Nahrung, Trinkwasser oder Luft. Sowohl direkte, als auch indirekte Exposition tragen zur Gesamtexposition bei.

Die Feststellung der Humanexposition kann auf unterschiedliche Arten erfolgen. Der Realität am nächsten kommt die Messung toxikologisch relevanter Produktkomponenten bzw. deren Abbauprodukte während oder nach Gebrauch des Biozid-Produkts, z.B. in der Luft, auf der Oberfläche von Schutzkleidung, auf der Haut, oder in Blut und Urin ("Biomonitoring"), mit anschließender statistischer Auswertung.

In Fällen, wo aus besonderen Gründen keine Humanexpositionsstudie vorliegt, müssen generische Datenmodelle, deren "Verwendungsszenarien" den Gebrauch des Biozid-Produktes widerspiegeln, zur Ermittlung der Expositionsgrößen in einem mehrstufigen Verfahren herangezogen werden.

Sowohl Kriterien für valide Studien, als auch Links zu den generischen Datenmodellen sind im Leitfaden "Technical notes for guidance (TNsG) on human exposure to biocidal products (January 2008)" enthalten. Der Leitfaden zielt darauf ab, die Expositionsabschätzung zu harmonisieren.  

Weiters ist ein OECD Dokument (August 2009) verfügbar, das eine Möglichkeit zur Generierung validierter Daten zur Abschätzung der Humanexposition, die sich aus der Anwendung von Biozidprodukten ergibt, aufzeigt.

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Letzte Änderung: 01.08.2011